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Samstag, 15. Oktober 2011 um 20:24

Erster Fachkongress des ThFV war voller Erfolg

Die „Gefahrenabwehr in unterirdischen Verkehrsanlagen“ stand im Mittelpunkt des ersten Fachkongresses des Thüringer Feuerwehr-Verbandes. 120 Experten aus der ganzen Bundesrepublik trafen sich dazu am 15. Oktober 2011 zum Erfahrungsaustausch in Erfurt.

Teilnehmer des 1. Fachkongresses des ThFV am 15. Oktober 2011 in Erfurt

120 Experten für Gefahrenabwehr in unterirdischen Verkehrsanlagen trafen sich am 15. Oktober 2011 in der Rotunde des Sparkassen-Finanzzentrums in Erfurt zum Erfahrungsaustausch. (Bild: ThFV)

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Fünf Referenten aus Basel, Heidenheim, München, Stuttgart und Zürich boten den Teilnehmern interessante und lehrreiche Einblicke in ihre Einsatzerfahrungen, Erkenntnisse aus realistischen Übungsszenarien und ingenieurtechnischen Planungen von Tunnelprojekten.

Brandoberrat Peter Bachmeier (Branddirektion München) stellte anhand von drei Einsatzbeispielen und einer Ernstfallübung eindrücklich in der Praxis vorkommende Schwierigkeiten bei Einsätzen in UVA dar. Eine Quintessenz seines Vortrages war die Betonung der Wichtigkeit eines vorhandenen Standard-Einsatzkonzeptes, nach dem gehandelt werden kann, aber nicht muss, wenn sich der Einsatzleiter aufgrund der Lage für eine alternative Vorgehensweise entscheidet. Wenn z. B. aber die Kommunikation zwischen den eingesetzten Einheiten ausfällt, wissen alle Kräfte dennoch wie vorzugehen ist, sodass zeitnah notwendige Einsatzmaßnahmen ergriffen werden können.

Oberst Werner Stampfli, Feuerwehrinspekteur Basel-Land, provozierte bewusst mit seinem unkonventionellen Vortrag  das Fachpublikum: „Löschen um zu retten“, heiße konsequenter Weise, auch lageabhängig einen Verletzten, den der Angriffstrupp bei der Lageerkundung und/oder Vornahme des ersten Rohres, auf dem Angriffsweg findet, liegen zu lassen und weiter vorzudringen. Der Einsatzleiter brauche unbedingt die Informationen aus der Lageerkundung im Innern, um über die weiteren Maßnahmen entscheiden zu können. Sonst bestehe die Gefahr, dass man das eine Leben rette, während etwas tiefer im Tunnel zahlreiche Menschenleben (z. B. Businsassen) verloren gehen, die aber zu retten gewesen wären. Mitunter ist eine tatsächliche Rettung auch erst dann möglich, wenn der Brand im Griff ist. Stampfli betonte zudem die Notwendigkeit eines intensiven Trainings der Einsatzkräfte: „Die schärfste Waffe sind gut ausgebildete Feuerwehrangehörige mit einem Rohr!“

Welche anlagentechnischen Möglichkeiten es zur Entrauchung von Tunneln gibt, erläuterte Dr. Matthias Wehner (HBI Haerter Beratende Ingenieure). Eindrucksvoll präsentierte er auch mit zwei Original-Videoaufnahmen das Fehlverhalten von Betroffenen, und wie schnell sich ein Tunnel mit Brandrauch füllt. Oberbrandrat Sebastian Fischer (Branddirektion Stuttgart) stellte das UVA-Konzept der Feuerwehr Stuttgart vor und erläuterte dessen Bausteine „Einsatztaktik“, „Technik“, „Training“ und „Vorbeugender Brandschutz“ anhand der Erfahrungen aus einem Brand im Tiefgaragenkomplex des SI-Centrums in Stuttgart-Möhringen. Der ehemalige Kommandant der Berufsfeuerwehr Zürich, Hans Mundwiler, komplettierte die hochkarätige Vortragsreihe mit der Darstellung seiner jahrzehntelangen Erfahrungen bei Bränden in Eisenbahntunneln.

Den Vorträgen schlossen sich zwei Workshops zur Vertiefung und Diskussion der Vortragsthemen an, die rege für Nachfragen, Anregungen und eine fachliche Diskussion genutzt wurden.

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