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Mittwoch, 25. April 2018 um 10:59

90. Verbandsversammlung des Thüringer Feuerwehr-Verbandes

Am 21. April 2018 fand die 90. Verbandsversammlung des ThFV statt. Mehr als 200 Delegierte und Gästen folgten der Einladung in das Congress Center der Messe Erfurt, welches bereits zum achten Mal Veranstaltungsort der Verbandsversammlung war.

Delegierte und Gäste

Mehr als 200 Delegierte der KFV/SFV und Gäste nahmen an der 90. Verbandsversammlung am 21.04.2018 in der Messe Erfurt teil. (Bild: A. Blasczyk)

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Am 21. April fand in der Messe Erfurt die 90. Verbandsversammlung mit den Delegierten der Kreis- und Stadtfeuerwehrverbände sowie zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft und anderen Verbänden statt. Die Veranstaltung war gleichzeitig der Auftakt für das Jubiläumsjahr "150 Jahre Thüringer Feuerwehrverband".

"Respekt für Einsatzkräfte", forderte der Vorsitzende des Thüringer Feuerwehrverbandes, Lars Oschmann in seiner Rede, um den aktuellen Entwicklungen klar zu entgegnen. Neben des geschichtlichen Entwicklung des Thüringer Feuerwehrverbandes standen die aktuellen Änderungen im Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetz, die Situation an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule, das Thema Digitalfunk und die strategische Partnerschaft mit der Thüringer Wirtschaft auf der Tagesordnung.

Evaluierung des Thüringer Katastrophenschutzes gescheitert
Leider konnte auch im letzten Jahr die Evaluierung des Katastrophenschutzes in Thüringen nicht abgeschlossen werden. Der Verband hatte bereits im letzten Jahr angemahnt, dass sich das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales in Gruppenarbeit verzettelt, ohne zu Ergebnissen zu kommen. Verbandsvorsitzender Lars Oschmann: "Wir fordern in diesem Jahr endlich die Vorlage erster Arbeitsergebnisse, um vielleicht doch noch 2019 gesetzgeberisch zu handeln."

Position zum Thema hauptamtliche Brandschutzerzieher
Im Anhörungsverfahren vor dem Thüringer Landtag treffen die Vertreter des Thüringer Landkreistages die politische Entscheidung, die Aufgabe abzulehnen, obwohl die Initiative genau aus diesem Gremium kam. Dies ist kein verlässliches Miteinander. Jetzt schieben sich nicht nur das Bildungsministerium und das Innenministerium sondern auch die Gemeinden und Landkreise die Zuständigkeiten für die Brandschutzerziehung zu. Die Beschlusslage in unserem Verband ist eindeutig – wir stehen zur Brandschutzerziehung in den Landkreisen und kreisfreien Städten durch hauptamtliche Brandschutzerzieher, welche durch die Lehrer der Grundschulen und die örtlichen Feuerwehren unterstützt werden. So bleibt auch der Kontakt zur örtlichen Feuerwehr erhalten. Die Konzepte hierfür wurden seitens des Feuerwehrverbandes mit den Partnern erarbeitet und liegen vor.

Gemeinsame Erklärung von Wirtschaft und Feuerwehr
Im Anschluss an seine Rede erfolgt die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Verband der Wirtschaft Thüringen e.V., der Industrie- und Handelskammer Erfurt, der Handwerkskammer Erfurt, der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH, des Thüringer Ministeriums für Inneres und Kommunales und dem Thüringer Feuerwehr-Verbandes e.V. zur Stärkung und Vertiefung der Zusammenarbeit.
Der Freistaat Thüringen, die Thüringer Wirtschaft und die Thüringer Feuerwehren sind eng miteinander verbunden und voneinander abhängig. So sind die Feuerwehren der unerlässliche Partner für die Gefahrenabwehr und -verhütung in allen Städten und Gemeinden. Auf diese Weise garantieren sie die Sicherheit, welche die Thüringer Unternehmen an den Wirtschaftsstandorten zwingend benötigen.
"Engagierte Menschen werden in den Freiwilligen Feuerwehren der Städte und Gemeinden dringend gebraucht, um Gefahren abzuwehren oder zu verhüten. Sie garantieren die Sicherheit, die wir nicht nur an Unternehmensstandorten benötigen. Die Thüringer Arbeitgeber unterstützen und fördern ehrenamtlich engagierte Menschen in der Freiwilligen Feuerwehr. Es entsteht eine Win-Win-Situation: Ehrenamtlich engagierte Menschen sind auch motivierte Mitarbeiter. Es ist uns bewusst, dass die Freiwilligen Feuerwehren die Unterstützung der gesamten Wirtschaft brauchen. Wir werden den Dialog weiter vertiefen", sagte Hartmut Koch, Präsident des Verbandes der Wirtschaft Thüringens.

Verbandsvorsitzender Lars Oschmann: „Wenn mehr Kameradinnen und Kameraden berufsbedingt in ihrer Heimat und damit in ihrer Feuerwehr bleiben, wird auch dies unsere Mitgliederzahlen positiv beeinflussen. Deshalb ist die in diesem Jahr beginnende strategische Partnerschaft mit der Thüringer Wirtschaft ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung unseres Verbandes. Ich bin deshalb den Industrie- und Handelskammern, den Handwerkskammern, der Landesentwicklungsgesellschaft und dem Verband der Wirtschaft dankbar, dass sie sich gemeinsam mit uns einem Erfahrungsaustausch stellen, der ein besseres Miteinander zum Ziel hat."

Danach erfolgte der Bericht des Landesjugendfeuerwehrwartes Jörg Deubert. Er ging in seinen Ausführungen auf die Verabschiedung des neuen Leitbildes der Thüringer Jugendfeuerwehr, welches in einem sehr breit angelegten Meinungsbildungsprozess mit den Mitgliedern der Thüringer Jugendfeuerwehren entwickelt und erstmals auch in einfacher, kindgerechter Sprache formuliert wurde. Auch im Bereich der Aktionen und Veranstaltungen wird die Thüringer Jugendfeuerwehr neue Wege beschreiten. Erstmalig in der Geschichte der Thüringen Jugendfeuerwehr fand ein Winterlager in Oberhof statt und wurde auf Anhieb ein voller Erfolg, welcher im Jahr 2019 mit zwei Durchgängen wiederholt werden soll. In diesem Jahr findet in Pahna ein Landeszeltlager mit ca. 550 Teilnehmern – so viele wie noch niemals zuvor – statt. Im Jahr 2020 wird es ein weiteres Highlight  geben. Erstmalig werden die Jugendfeuerwehren die Möglichkeit haben, in Prora an der Ostsee ein Sommerlager zu erleben. 2021 folgt das Landeszeltlager in Gera, welches zeitgleich mit dem 30-jährigen Jubiläum der Thüringer Jugendfeuerwehr stattfinden wird.

Dringende Forderung nach weiteren Bildungsreferenten
Nicht neu ist die Bitte des Landesjugendfeuerwehrwarts an die Politik, die notwendigen Weichen für eine personelle Verstärkung in der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Kameradinnen und Kameraden zu stellen. Zwar geht die Anzahl der Jugendfeuerwehren aufgrund von Zusammenlegungen leicht zurück, aber die Mitgliederzahlen steigen stetig. Mit mehr Kindern und Jugendlichen, kommen auch mehr ehrenamtliche Betreuer und Jugendwarte, die allesamt eine Ausbildung benötigen um eine gute flächendeckende Jugendverbandsarbeit leisten zu können. Die ehrenamtlichen Ausbilder sowie die Bildungsreferentin der Thüringer Jugendfeuerwehr können dies allein nicht mehr stemmen, welches er in einer einfachen Rechnung darstellte.
In den weiteren Ausführungen stellte er das Bildungskonzept 6 bis 18 Jahre vor, welches sich in drei Altersbereiche aufgliedert und aufeinander aufbauen wird. Er unterstrich auch noch einmal die Wichtigkeit der hauptamtlichen Brandschutzerzieher und forderte wie der Verbandsvorsitzende die schnelle Schaffung der gesetzlichen Rahmenbedingungen. Abschließend stellte er die Aktivitäten im Bereich der Außendarstellung und des Marketings für die Thüringer Jugendfeuerwehr vor.

Der Thüringer Minister für Inneres und Komunales, Georg Maier, unterstrich in seiner Ansprache die wichtige Vorbildfunktion der Feuerwehren und deren Bedeutung für das Gemeinwesen. In seine Ausführungen ging er auf die Novellierung des Thüringer Brand- und Katastrophenschutzgesetzes, die notwendigen strukturellen Anpassungen in der Thüringer Katastrophenschutzverordnung, die flächendeckende Warnung der Bevölkerung über MoWaS und die Sirenenwarnung ein. Ausführlich ging er auf die Themen Digitalfunk und Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule ein und stellte erste Ergebnisse vor. Auch die Beschaffung landeseinheitlicher Stabssoftware, Fahrzeugen und Anhänger stellte der Minister vor. Er sagte die erhöhten Pauschalen für die Mitglieder der Jugendfeuerwehr rückwirkend zum 01.01.2018 zu und übergab Fördermittelbescheide für die Fortsetzung der Mitgliederkampagne und Unterstützung der Verbandsarbeit. Weiterhin stellte er eine finanzielle Begleitung einer neuen Thüringer Feuerwehruniform in Aussicht und möchte die Voraussetzungen für die Einführung ein Feuerwehr Dienstausweises in Scheckkartenformat schaffen. Auch das Thema Strukturen von Rettungsleitstellen im Freistaat und deren bauliche, technische und organisatorische Ausstattung war Thema seiner Ausführungen.

Nach einer kurzen Pause folgten die Grußworte der Vertreter der Fraktionen im Thüringer Landtag, welcher mehrheitlich Dank und Anerkennung für die Arbeit der Feuerwehren beinhaltete. Der stellvertretende Bundesgeschäftsführer des Deutschen Feuerwehrverbandes, Rudolf Römer danke für die gute partnerschaftliche Zusammenarbeit und stellte aktuelle Arbeitsfelder auf nationaler Ebene vor. Die Themen Hinterbliebenenschutz, der Umgang mit Vorschäden, die Einführung der neuen UVV Feuerwehren und Bundesbeschaffungen für den Brand- und Katastrophenschutz waren dabei Schwerpunkte.

Der Vertreter der Sparkassenversicherung Dr. Klaus Zehner machte Ausführungen zu den Themen Naturkatastrophen, Digitalisierung und Demografie und übereichte eine Zuwendung an den Thüringer Feuerwehrverband. Weiterhin übergab Bernd Meierbeck von der Firma Feuerwehrhelden eine Spende im Rahmen der Aktion „Grisu hilft“.

Danach erfolgten Auszeichnung und Ehrungen an verdiente Feuerwehrkameradinnen und –kameraden und Unterstützer des Thüringer Feuerwehrverbandes. Im Anschluss wurde symbolisch die neue Fahne des Thüringer Feuerwehrverbandes für die Stadt- und Kreisfeuerwehrverbände in Rahmen unseres 150-jährigen Jubiläums stellvertretend an den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Schmalkalden/Meiningen, Andreas Clemen übereicht und es fand ein gemeinsamer Fototermin statt.

Beschlüsse
Nach der Mittagspause folgte der verbandliche Teil, in welchem der Kassenbericht durch den Geschäftsführer Alexander Blasczyk und der Kassenprüfbericht durch den Kassenprüfer vorgestellt wurde. Es erfolgte eine Aussprache und Diskussion zu den Berichten. Anschließend genehmigten die Delegierten die Jahresrechnung 2017 und es erfolgte die Entlastung des Vorstandes für das Geschäftsjahr 2017. Der Haushalt für das Jahr 2018, der Haushaltentwurf für das Jahr 2019 wurden genehmigt und der neu gewählte Vorstand der Thüringer Jugendfeuerwehr wurde bestätigt.

Karsten Utterodt
Pressesprecher

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