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Samstag, 12. April 2014 um 13:49

86. Verbandsversammlung in der Erfurter Messe

Der Thüringer Feuerwehr-Verband fordert, die Kommunikationsstrukturen im Katastrophenschutz zu modernisieren. Der derzeitige Stand sei „mittelalterlich“, sagte Verbandschef Lars Oschmann bei der 86. Verbandsversammlung in Erfurt. Dies hätten auch die Erfahrungen bei der Hochwasserkatastrophe im vergangenen Jahr gezeigt. Derzeit werde alles noch per Hand zusammengeschrieben und zusammengerechnet, dann würden die Daten per Fax weitergeleitet. In Zeiten von Internet und Smartphone sei dies nicht mehr akzeptabel.

86. VV des ThFV

Reges Interesse an der Verbandsversammlung im Carl-Zeiss-Saal der Erfurter Messe.

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Oschmann verwies auf die bereits in anderen Bundesländern im Einsatz befindlichen Softwarelösungen. Diese ermöglichten den Leitstellen, Katastrophenschutzbehörden und Ministerien mit einem Klick einen umfassenden Lageüberblick bis zu jeder einzelnen Einheit. Zugleich sei es damit möglich, zwischen allen Ebenen zu kommunizieren. Oschmann forderte Innenminister Jörg Geibert (CDU) auf, eine entsprechende Stabssoftware schnellstmöglich in Thüringen einzuführen.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Verband auch bei der Warnung der Bevölkerung vor Gefahren. Erneut forderte Verbandschef Lars Oschmann den flächendeckenden Wiederaufbau des Sirenensystems im Freistaat. Die schnelle Warnung sei Grundvoraussetzung für einen effektiven Schutz der Menschen im Land. So hätten sich viele Ostthüringer beim Hochwasser im vergangenen Jahr im Stich gelassen gefühlt. Oschmann warf dem Thüringer Innenministerium in diesem Zusammenhang vor, bisher nicht die nötigen Konsequenzen aus der Hochwasserkatastrophe gezogen zu haben. Bislang habe es das Ministerium nicht geschafft, eine Auswertung und ein Konzept zu einer Anpassung der Katastrophenschutzstrukturen vorzulegen sowie die dafür nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen.

Als problematisch bezeichnete der Verbandsvorsitzende die personelle Situation in den für den Brand- und Katastrophenschutz zuständigen Referaten im Thüringer Innenministerium und im Landesverwaltungsamt. Es fehle immer mehr an Fachkompetenz. Stattdessen setze der Minister verstärkt auf die Polizei. Diese sei aber nicht dafür ausgebildet und befähigt, die Thüringer Feuerwehren zu führen. Dies würden sich die Feuerwehren auch verbitten. Oschmann forderte deshalb erneut, das Referat für Brand- und Katastrophenschutz im Innenministerium aus der von der Polizei geführten Abteilung „Öffentliche Sicherheit“ zu nehmen und der Abteilung „Kommunale Angelegenheiten“ zuzuordnen.

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